
In der Phase I der EEH-Ausbildung werden Kompetenzen zur Akutintervention, Feinfühligkeitsschulung und Ressourcenstärkung vermittelt. Im Zentrum stehen Aspekte der Selbstregulation, Selbstanbindung, des Sicherheitsaufbaues und der Bindungsstärkung von Eltern mit ihrem Kind.
SCHWERPUNKTTHEMEN
Verkörperte Kommunikation
Modul 01: Worte, Körper und Bindung
- Haltung und Leitgedanken der EEH
- Grundlagen der körper- und bindungsbasierten Gesprächsarbeit
- Selbstanbindung als Voraussetzung für Bindungsbereitschaft
- Aufbau von Sicherheitserleben der Begleitenden
Modul 02: Emotionen, Ausdruck und Bindung
- Das untröstlich weinende Baby im Zentrum der EEH
- Selbstregulation und Co-Regulation
- Selbstanbindung in Bindungskrisen
- Emotionsregulation und Ausdrucksbegleitung
Bindungsstärkung durch Körperbewusstsein
Modul 03: Bindung durch Berührung
- Wahrnehmung- und Achtsamkeitsschulung
- Sicherheitserleben über Körperberührung
- Verlangsamung
- Bindungsbasierte Berührung erleben
Modul 04: Körperbeobachtung und achtsame Präsenz
- Kindliche Körpersprache und Signale erkennen
- Grundlagen der kindzentrierten Körperarbeit
- Kontaktaufbau und Dialog mit dem Baby
- Körperberührung und Co-Regulation
Modul 05: Zirkuläres Erkunden und Co-Regulation
- Exploration des subjektiven Erlebens aller Beteiligten
- Erkunden von Resonanzphänomenen
- Verknüpfen und Verbinden
- Aufmerksamkeitslenkung und Versprachlichung des Sichtbaren
Gruppe, Integration und Praxisbezug
Modul 06: Videoanalyse und Prozessauswertung
- Basic Bonding Einzelbegleitung in der Praxis
- Methoden- und Prozessanalyse
- Settings und Behandlungsplanung
- Selbstreflexion
Modul 07: Basic Bonding Gruppenarbeit
- Leitung von bindungsorientierten Gruppen
- Vermitteln von themenspezifischem Wissen
- Gruppendynamik und Konfliktkompetenz
- Integration von emotionalen Ausdrucksprozessen
VORAUSSETZUNGEN
Voraussetzung für den Einstieg in Phase I ist der Besuch eines Einführungstages oder eines EEH-Fachtages. Die EEH-Ausbildung richtet sich an Menschen, die im Feld der Frühprävention und Elternbindung tätig sind, sowie an alle Berufsgruppen, die in therapeutischen Arbeitsfeldern mit Eltern, Babys und Kindern tätig sind. Ein Quereinstieg aus einem anderen Berufsfeld ist möglich. Die Phase 1 der EEH-Ausbildung richtet sich an Menschen, die ihr Wissen in der Prävention und in der Bindungsförderung vertiefen möchten. Die Phase 1 beinhaltet EEH-Basiswissen und bildet die Grundlage für die weiteren Ausbildungsphasen.
ZERTIFIZIERUNG
Anforderungen für die Zertifizierung
Für die Zertifizierung zur Basic Bonding Leiter*in und einen möglichen Übergang zur EEH-Ausbildung Phase 2 (EEH-Fachberatung) müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Besuch aller Ausbildungskurse gemäß Curriculum Phase 1 (Fehlzeit max. 10%)
- 9 Einheiten à 50 min. in körperpsychotherapeutischer Einzel- und /oder Gruppenarbeit
- 3 Einheiten à 50 min. Supervision in Einzel- und/oder Gruppensitzungen
- Besuch von 2 Methodentrainings
- Videopräsentation einer Eltern-Kind-Berührungsbegleitung
- Selbststudium (Erarbeiten und Vorstellen von Texten, Dokumentiertes Üben, Treffen und Üben in protokollierten Kleingruppen)
Re-Zertifizierung
Fünf Jahre nach Erhalt des Zertifikates müssen für die Re-Zertifizierung 20 Vertiefungs- und Supervisionsstunden à 60min. im Rahmen von Vertiefungs- und Supervisionsangeboten in Basic Bonding und Emotioneller Erster Hilfe nachgewiesen werden.
PHASE II, EEH FACHBERATUNG
Die zweite Phase der Ausbildung in Emotioneller Erster Hilfe (EEH) vermittelt körperorientierte und traumasensible Methoden der Krisenintervention, um Eltern und Kinder bei frühen Regulations- und Bindungsstörungen zu unterstützen. In besonderer Weise erfolgt die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Schwangerschafts-, Geburts- und Trennungstraumata für die weitere Entwicklung der Eltern-Kind-Bindungsbeziehung.
SCHWERPUNKTTHEMEN
Körperwahrnehmung und innere Stresserkundung
Modul 08: Stresserkundung und innere Navigation
- Von der Verhaltensanalyse zur Körpererkundung
- Arbeit mit somatischen Markern im Beratungsprozess
- Das 7-Schritte-Modell der EEH in der Akutberatung
- Setting, Auftragsklärung und Ablauf einer EEH-Beratung
Modul 09: Herz, Resonanz und Bindung
- Das Herz als Referenzpunkt in der EEH
- Bindungsstärkung über herzbezogene Interventionen
- Herzbasierte Selbstbefragung und Lösungsfindung
- Anwendung der Herzarbeit zur Stärkung der Resilienz
Traumasensible Begleitung in der EEH
Modul 10: Traumaerkundung und Co-Regulation
- Neurovegetative Grundlagen von Bindungsverletzungen
- Traumatisierung und deren Folgen für die Eltern-Kind-Beziehung
- Aktive Co-Regulation und Erregungssteuerung in der
- Überwältigenden Bindungserfahrungen erkunden rund um die Geburt
Modul 11: Begleitung traumatisch belasteter Eltern
- Erkennen von elterlichen Traumabelastungen
- Prozessorientierte Stabilisierung von akuten Traumabelastungen
- Akutbegleitung von prä- und perinatal belasteten Eltern
- Körperbasierte Imagination in der Traumaerkundung
Modul 12: Babys und Kleinkinder im Zentrum
- Das kindliche Erleben vor, während und nach der Geburt
- Traumakennzeichen bei Säuglingen und Kleinkindern
- Kindzentrierte Modelle der Traumaintegration
- Bindungsorientierte Ausdrucksbegleitung von Kindern nach traumatischen Erfahrungen
EEH-Spezialthemen
Modul 13: Das Drama der perfekten Eltern
- Herausforderung in der Begleitung perfektionistisch orientierter Eltern
- Entwicklungshintergründe und Phänomenologie von narzisstischen Verletzungen
- Elterlicher Narzissmus und seine Auswirkung auf die Eltern-Kind-Bindung
- Wege aus narzisstisch bedingten Regulations- und Bindungskrisen
Modul 14: Schlafen und Bindung
- Phänomenologie rund um den kindlichen Schlaf
- Schlafempfehlungen und deren Einfluss auf die Eltern-Kind-Bindung
- Frühe Traumaerfahrungen und deren Folgen für die Schlafentwicklung
- Bindungsorientierte Arbeitsmodelle in der Begleitung von akuten Schlafkrisen
Integration und Praxisbezug
Modul 15: Videoanalyse und Prozessauswertung – Zertifizierung
- Besprechung und Auswertung von Videopräsentationen der Teilnehmenden
- Analyse von Methodenauswahl und Behandlungsplanung
- Eigenreflexion von Gegenübertragungsdynamiken und Helfer-Fallen
- Feedback-Gespräche und Auswertung des Ausbildungsprozesses
VORAUSSETZUNGEN
Die Inhalte knüpfen nahtlos an die Inhalte von Phase I an. Die Teilnahme an Phase II bedingt das Zertifikat als Basic Bonding Gruppenleiterin (Phase I). Phase II endet mit der Zertifizierung zur EEH-Fachberaterin.
ZERTIFIZIERUNG
Anforderungen für die Zertifizierung
Für die Zertifizierung zur EEH-Fachberater*in und einen möglichen Übergang zur EEH-Ausbildung Phase 3 (EEH-Therapeut*in) müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Besuch aller Ausbildungskurse gemäß Curriculum Phase 2 (Fehlzeit max. 10%)
- 50 Einheiten à 50 min. in körperpsychotherapeutischer Einzel- und /oder Gruppenarbeit (Total Phase 1&2)
- Teilnahme an einem prozessorientierten Geburtsworkshop
- 15 Einheiten à 50 min. Supervision in Einzel- und/oder Gruppensitzungen (Total Phase 1&2)
- Besuch von 2 Methodentrainings
- Selbststudium (Erarbeiten und Vorstellen von Texten, Dokumentiertes Üben, Treffen und Üben in protokollierten Kleingruppen)
- Facharbeit (Umfang 20-Seiten) zu einem EEH-relevanten Thema
- 30-minütige Videopräsentation einer Fallsequenz
Re-Zertifizierung
Fünf Jahre nach Erhalt des Zertifikates müssen für die Re-Zertifizierung 60 Vertiefungs- und Supervisionsstunden à 60min. im Rahmen von Vertiefungs- und Supervisionsangeboten in Emotioneller Erster Hilfe nachgewiesen werden.


PHASE III, EEH THERAPIE
Die Phase III der EEH-Ausbildung vermittelt Methoden und theoretische Sichtweisen für die prozesshafte Begleitung von Erwachsenen, Säuglingen und Kindern. Dieser Lehrgang vermittelt Kompetenzen in der bindungsorientierten Eltern-Kind-Therapie sowie traumaintegrativen Prozessarbeit nach überwältigenden Erfahrungen rund um Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit.
SCHWERPUNKTTHEMEN
- Achtsamkeit, Worte und innere Navigation (Arbeit mit Körperwahrnehmung)
- Herz, Kohärenz und Bindung – Grundlagen der herzbasierten Bindungsarbeit
- Atmung und Bindung – zur Rolle der Atmung in der bindungsbasierten KPT
- Trauma, Geburt und Bindung – prä- und perinatale Aspekte in der Eltern-Säugling-KPT
- Charakter- und Bindungsdiagnostik
- Arbeit mit unbewussten Selbstanteilen
- Video- und Fallanalyse und Reflexion
VORAUSSETZUNGEN
Der Lehrgang richtet sich an alle zertifizierten und fortgeschrittenen EEH-Beraterinnen. Die Ausbildung zur EEH-Therapeutin richtet sich an Menschen, die Eltern und Babys therapeutisch begleiten möchten nach schwierigen Geburten, herausfordernden belastenden Situationen im Hier und Jetzt oder wenn alte Bindungsverletzungen die Bindung mit dem Baby erschweren.
Die Inhalte der Phase 3 knüpfen nahtlos an die Inhalte von Phase 2 an. Die Teilnahme an Phase 3 bedingt das Zertifikat als EEH-Fachberaterin (Phase 2). Phase 3 endet mit der Zertifizierung zur EEH-Therapeutin.
ZERTIFIZIERUNG
Anforderungen für die Zertifizierung
Für die Zertifizierung zur EEH – Therapeut*in und einen möglichen Übergang zur BKPT-Ausbildung für Erwachsene (Bindungsorientierte Körperpsychotherapie) müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Besuch aller Ausbildungskurse gemäß Curriculum Phase 3 (Fehlzeit max. 10%)
- 25 Einheiten à 50 min. in körperpsychotherapeutischer Einzel- und /oder Gruppenarbeit
- 12 Einheiten à 50 min. Supervision in Einzel- und/oder Gruppensitzungen
- Besuch von 2 Methodentrainings
- Selbststudium (Erarbeiten und Vorstellen von Texten, Dokumentiertes Üben, Treffen und Üben in protokollierten Kleingruppen)
- 40-minütige Videopräsentation und fachliche Auswertung einer Fallsequenz
Re-Zertifizierung
Fünf Jahre nach Erhalt des Zertifikates müssen für die Re-Zertifizierung 60 Vertiefungs- und Supervisionsstunden à 60min. im Rahmen von Vertiefungs- und Supervisionsangeboten in Emotioneller Erster Hilfe nachgewiesen werden.